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Korrespondenz zur Veranstaltung „Stoppt Fracking“ am 18.4.2015 im Pfarrwiesengymnasium Sindelfingen

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Umweltbewegung und Arbeiterbewegung gehören zusammen!

Die sehr interessante Veranstaltung mit Professor Dr.Westrich, Uni Stuttgart, und einem Automobilarbeiter als Referenten machte nach der Diskussion eines deutlich: Umweltbewegung und Arbeiterbewegung gehören für den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen der Menschheit zusammen.

Prof. Dr. Westrich thematisierte die Frage des `Flow back` (Rücklaufwasser), was kommt bei Frackingbohrungen alles nach oben und wie wird es entsorgt? Bakterien, Radon, Schwermetalle, wie Quecksilber vieles ist noch unerforscht. Auch die Langzeitwirkungen der Bohrungen in diesen Tiefen unter diesen starken Druck-Bedingungen sind bisher weitgehend unklar.

Der Kollege aus der Automobilindustrie ging auf Fragen ein, wie Kolleginnen und Kollegen im Betrieb diskutieren: Viele machen sich Sorgen und sind selbst von Umweltbelastungen bei der Produktion betroffen. Oft wird die Frage Umweltschutz oder Arbeitsplätze so aufgeworfen: „Bist du für Umweltschutz, weniger CO2 Ausstoss, sägst du an dem Ast, auf dem wir alle sitzen.“ Tatsächlich ist die Frage aber doch so zu beantworten: Durch ständige Produktionssteigerungen von Benzin Autos, wie es neben Herrn Zetsche bei Daimler ja auch alle anderen Autokonzerne anstreben, wird doch der ganze Baum abgesägt, auf dem die ganze Menscheit sitzt!

Deshalb müssten schnellstens andere gesamtheitliche und nachhaltige Verkehrskonzepte entwickelt werden und die Markteinführung von Brennstoffzellfahrzeugen forciert werden. Sie wird derzeit hinten an gestellt, vor allem wegen gesunkener Benzinpreise.

Daimler Chef Zetsche hat sich für TTIP und Fracking ausgesprochen, nur die Bevölkerung in Deutschland würde immer das „Haar in der Suppe suchen“ und den Fortschritt kritisieren. Doch die deutsche Umweltbewegung kann stolz auf ihre Erfolge sein. Daimler gehört zu den größten Monopolen, verdient auch im Nutzungsfahrzeugbau immense Profite: Immerhin werden zum Beispiel in Amerika pro Frackingbohrung etwa 1000 LKW-Fahrten benötigt. Gewinne müssen sprudeln, egal was die kritischen Wissenschaftler zu Fracking sagen. Ressourcen werden skrupelos und ohne Verantwortung für zukünfige Generationen weiter ausgeplündert.

Dazu noch eine Meldung aus den USA: „Arbeiter in der Fracking Industrie haben einen unnötig gefährlichen Job (unnötig, weil wir kein Fracking brauchen!). In keinem Job stieg die Sterberate in den USA stärker an als bei den Arbeitern auf Bohrstellen. Die Ursache ist die Belastung mit Silikatstäuben aus Fracksand.“ Nein, das ist keine Zukunft für uns!

In der Diskussion führte ein Kollege aus einer Bodenseeinitiative aus, dass zwar Anträge für Fracking in Oberschwaben von einer Firma zurückgezogen wurden, dass aber gleichzeitig zwei andere Fracking Betreiber weiter Projekte voran bringen wollen. Das Gebiet um den Bodensee ist das größte Wassergebiet in Europa und 5 Millionen Menschen bekommen von dort ihr Wasser. Dieses Gebiet ist deshalb besonders vor Fracking zu schützen!

Die Sindelfinger Zeitung, hielt es im Vorfeld der Veranstaltung nicht für nötig, im Lokalteil einen ausführlichen Artikel über „Stopp Fracking“ zu schreiben, weil in Sindelfingen nicht gefrackt würde. Einhellig wurde diese Ansicht auf der Veranstaltung kritisiert, da auch in Sindelfingen Bodensee-Wasser getrunken wird und die Thematik überhaupt keine Kirchturmpolitik (ich kümmere mich nur um meinen kleinen Radius) erlaubt. Die Umweltgewerkschaft als Mitveranstalter sprach sich für ein generelles Verbot von Fracking aus, die Automobilarbeiter werden das Thema auf ihrer Konferenz im Oktober im Maichinger Bürgerhaus in Sindelfingen weiter behandeln.Ein Umwelt-Rap zum Schluß der Veranstaltung rundete die Sache vor den 50 Teilnehmern kulturell ab. Der Refrain lautete: „Nehmt ihnen die Welt aus der Hand, eh sie verbrannt!“

Veranstalter: Umweltgewerkschaft Kreis Böblingen und Freunde der internationalen Automobilarbeiterkonferenz Sindelfingen e.V. Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!