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Vier Tage Streik bei Volvo in Gent/Belgien. Dann wurde die Forderung der Kollegen des LKW-Werkes akzeptiert.

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2016: Produktionsrekord in Gent. Jetzt hatten die Kollegen genug. Die Arbeitsbelastung war zu hoch. Frei zu bekommen war kaum möglich. Die Maschinen sind veraltet, was die Arbeit unnötig erschwert.

Am 28. Februar haben die Kollegen während der halben Spätschicht spontan die Arbeit niedergelegt. Drei Gewerkschaften (ACV-CSC Metea, ABVV Metaal, ACLVB) kündigten Streiks an. Daraufhin wurden sofort Verhandlungen aufgenommen, aber ohne Ergebnis.

Der Streik begann am Dienstag 14. März. (In Belgien gibt es im Unterschied zu Deutschland ein allgemeineres Streikrecht) Die Firma gab dann Stück um Stück nach.

Jede Schicht – mit 800 Arbeitern – sollte für 6 Monaten mit weiteren 50-80 befristet eingestellten verstärkt werden. In der Zeit sollen neue Arbeitsmethoden ausgearbeitet werden. Verdoppelung der Anzahl Kollegen für Vertretung, ab Mai neue Regelungen für Freischichten, 40 alte Gabelstapler müssen ausgetauscht werden.

In Belgien stimmen die Arbeiter über Verträge ab, bevor sie von der Gewerkschaft unterschrieben werden. Das erste Angebot wurde mit 84% abgelehnt, das zweite mit 85% und das dritte mit 68% abgelehnt. Dann ist Jan Ohlsson von der Konzernleitung in die Verhandlung eingestiegen.

Gent ist mit 4000 Beschäftigten immerhin das größte Volvo Produktionswerk weltweit.

Mit dem vierten Angebot versprach Ohlsson : Bandgeschwindigkeit um 10% senken bis alle weiteren Veränderungen erfolgt sind. Dabei hatte Volvo eigentlich geplant die Produktion von 186 auf 210 Autos täglich zu steigern. Eine Einmalzahlung von 500 Euro für Jeden. 57,5% der Kollegen haben dieses Angebot angenommen. Gleichzeitig ist die Sorge groß, dass alles wieder beim Alten ist, wenn nach einem halben Jahr diese Maßnahmen ausgewertet werden und die zusätzlich Eingestellten wieder weg sind.

Diesen Bericht erhielten wir über die Koordination der Automobilarbeiter (IAC), von Kollegen bei Volvo Schweden. Sie berichten über ihr Werk, Tuvefabriken in Göteborg:

Samstagsarbeit an mindestens drei Samstagen, um einen Teil des Rückstandes in Gent reinzuarbeiten.

In der Kalenderwoche 23 soll die Produktion gesteigert werden : Frühschicht von 61 auf 70, in der Spätschicht von 30 auf 35 LKWs.