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Solidarität mit den streikenden Autoarbeitern in Südafrika!

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Keine Streikbrecherarbeit – weltweit! Am Montag, den 2.9.13, begann die Solidarität mit den streikenden Autoarbeitern in Südafrika! 3.9.2013 dritte Streikwoche in allen 7 südafrikanischen Auto-Werken. Am Ende von 2 Monaten Verhandlungen boten die Bosse nur 6% Lohnerhöhung an und das bei einer Inflationsrate von 5,6%. Darauf traten am Montag, den 19. August, bei BMW, Ford, GM, Mercedes Benz, Nissan, Toyota und VW 31.000 Arbeiter in den unbefristeten Streik. Die Gewerkschaft National Union of Metalworkers of South Africa Numsa fordert:

„Folglich sind unsere Kernforderungen in den Tarifverhandlungen recht und billig. Sie bestehen aus einer bescheidenen generellen Lohnerhöhung von 14%, 100% Bezahlung bei kurzfristigem Arbeitsausfall, Wohnsubvention von nur 750 Rand und einen wöchentlichen Fahrtkostenzuschuss von 125 Rand.“

Der Sprecher von BMW, Gulf Kilfoil, sagte: „Bei uns wird 24 Stunden gearbeitet an 7 Tagen in der Woche. Die Produktion steht und wir wissen nicht, wie wir das nach arbeiten können“. Ab November letzten Jahres wurde in der BMW-Fabrik in Rosslyn, Pretoria, das 3-Schicht-System eingeführt. Dreischicht von montags bis freitags und Samstag-Frühschicht mit flexiblem Ende. Die BMW-Arbeiter fordern höhere Schichtzulagen und traten deshalb 4 Tage früher in den Streik. Schon ein Tag davor - auch vor dem geplanten nationalen Streik - am Mittwoch, den 14. August, traten 1.500 Produktionsarbeiter bei Ford in Pretoria selbstständig in den Streik.

Nach der ersten Streikwoche befragte der Gewerkschaftsvorstand die Mitglieder über ein verbessertes Angebot der Unternehmer von 10%. Nach Streikversammlungen vor den Toren der Fabrik beschloss eine nationale Versammlung der Shop Stewards, den Streik weiter zu führen und eine Demonstration für Montag, den 2. September, zu organisieren.

Nach dieser klaren Entscheidung bettelten die Bosse: „ Das Angebot der Autoindustrie-Arbeitgeber umfasst eine Erhöhung von über 30% in 3 Jahren und ist das beste Angebot in der Geschichte der Tarifverhandlungen in der Industrie. Wir bitten NUMSA, mit ihren Bemühungen fortzufahren, den Streik zu beenden, und die Arbeiter, das Angebot zu akzeptieren. Wir schauen sehnsüchtig auf eine schnelle Rückkehr aller Beschäftigten zur Arbeit.“

Man muss wissen, dass die Tarifverträge in der Metallindustrie gewöhnlich eine Laufzeit von 3 Jahren haben. Das heißt aufs Jahr umgerechnet ist das Angebot nicht das, wofür die Arbeiter kämpfen – ein existenzsicherndes Einkommen.

Seit letzem Jahr rollt eine Streikwelle durch Südafrika. Die ganze Arbeiterklasse kämpft für eine Bezahlung, von der man leben kann. Die Bergarbeiter von Lonmin in Marikana fordern einen monatlichen Einstiegslohn von 12.500 Rand. Das entspricht einer Lohnerhöhung von 120%. Die Gewerkschaft AMCU fordert für die Bergarbeiter 12.500 Rand. Letztes Jahr wurden 34 Streikende von der Polizei brutal ermordet. Doch der Kampf geht weiter. Seit dem letzten Wochenende warten 90.000 Mitglieder der Bergarbeitergewerkschaft NUM aus dem Gold-Bergbau darau,f in den Streik zu treten, nachdem die Lohn-Verhandlungen gescheitert sind. Die Gewerkschaft NUM fordert für die Gold-Bergarbeiter eine Lohnerhöhung von 60%, so dass der Einstiegslohn 8.000 Rand beträgt. Die Metallgewerkschaft NUMSA fordert für billig bezahlten 72.000 Arbeiter aus dem KFZ-Handwerk, Tankstellen und Ersatzteilhandel existenzsichernde Löhne. Wenn die Bosse kein Angebot machen, soll diese Woche Mittwoch ein Streik beginnen.

Als die Automobilarbeiter ihren Streik am 19. August begannen, schrieb die britische Nachrichtenagentur Reuters: „Als die Autoarbeiter ihren Streik begannen, lagen ihre Monatslöhne zwischen 850$ für Produktionsarbeiter und 1 800$ für qualifizierte Techniker. In der USA, nach den Angaben des US-Büros für Arbeitsstatistik, war im Jahre 2012 der durchschnittliche Stundenlohn in der Autoindustrie 28,08$. Bei einer 40-Stundenwoche bedeutet das fast 4 500$ im Monat.“

Natürlich „vergisst“ Reuter in dem Bericht, dass dieser Stundenlohn nur in gewerkschaftlich organisierten Betrieben gezahlt wird. In „gewerkschaftsfreien“ Betrieben wird gewöhnlich nur ca. 50% von diesem Stundenlohn gezahlt. Und GM versucht gerade, in allen US-Werken die Bezahlung auf dieses Niveau zu drücken. Überall auf der Welt müssen die Automobilarbeiter für existenzsichernde Löhne kämpfen. Dafür muss die weltweite Solidarität organisiert werden. Die Autokonzerne produzieren international, aber die Belegschaften wollen sie spalten. Die Automobilarbeiter müssen zusammen kämpfen – die internationale Solidarität ist notweniger denn je. Kein Auto, was in Südafrika geplant war zu produzieren, darf in einer anderen Fabrik irgendwo auf der Welt hergestellt werden.

Wir wünschen den streikenden südafrikanischen Automobilarbeitern viel Erfolg in ihrem Kampf! Eurer Kampf ist unser Kampf!

Solidaritätsadressen und mehr Informationen:

Castro Ngobese

National Spokesperson

Mobile: 0810111137, Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Website: www.numsa.org.za