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Solidaritätserklärung an Siegmar Herrlinger und Andreas Gärtner

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Lieber Sigi und Andi,
 
die Koordinierungsgruppe der Internationalen Automobilarbeiter-Koordination beglückwünscht euch zu eurem aktiven und kämpferischen Auftreten gegen die Abgasbetrüger bei VW und Porsche.
 
Als Repräsentanten der kämpferischer Bewegung der Automobilarbeiter habt ihr offen und angriffslustig dazu beigetragen, die Verantwortlichen der kriminellen Abgasmanipulationen im Management, in der Regierung einschließlich ihren Organen wie dem Kraftfahrtbundesamt, und Teilen der Betriebsratsspitzen und Gewerkschaftsführung ins Rampenlicht zu rücken. Mit eurer Forderung nach weiterer Aufklärung und Aufdeckung, der gerechten Bestrafung der Verantwortlichen und deren Haftung mit ihrem Privatvermögen, habt ihr euch unerschrocken und mutig mit dem größten Konzern in Europa angelegt.
 
Ihr habt es nicht geduldet, die Auswirkungen klein zu reden, wie der weltweiten Umweltvergiftung mit zusätzlich zehntausenden Toten und der Abwälzung der Krise bei VW auf die Belegschaft und ihre Familien, auf die Kunden und die gesamte Gesellschaft.
 
Aufs Schärfste verurteilen wir als Internationale Koordinierungsgruppe, dass Sigi, genau deshalb von Porsche freigestellt wurde und Hausverbot erhielt. Dieser Angriff auf dich ist ein Angriff auf alle kämpferischen Arbeiter bei VW und Porsche.
 
Angreifen statt zurück weichen vor der dieser überheblichen Arroganz der Porsche-Manager einschließlich des Betriebsratsvorsitzenden Uwe Hück, das war ein klare Positionierung. Dass Du Deine Teilnahme an der Betriebsversammlung im Juli vor dem Arbeitsgericht erstritten hast und weiter selbstlos an der schonungslosen Aufklärung festhältst, ermutigt viele andere Kolleginnen und Kollegen, selber in die Offensive zu gehen. Dafür vielen Dank.
 
Die Denunziation, mit in der Folge drei Abmahnungen gegenüber Andreas bei VW Kassel, ist ebenso wenig akzeptierbar wie insgesamt der Versuch Andreas und andere kämpferische Kollegen bei VW im und außerhalb des Betriebs mundtot zu machen.
 
Als einer der Sprecher des VW-Komitees in Kassel hast du dir im Betrieb nicht verbieten lassen, die gerechte Bestrafung der Umweltverbrecher in der Autoindustrie zu fordern und auch für die Unterstützung der Bundestagskandidatin Karin Puppel zu werben. Sie steht als Kandidatin der Internationalistischen Liste/MLPD dafür, die Umweltverbrechen von VW und der Autoindustrie zum Wahlkampfthema zu machen. Diese Einschränkung der freien gewerkschaftlichen und politischen Betätigung im Betrieb kann nicht hingenommen werden.
 
In eurem Kampf um die Wiedereinstellung und zur vollständigen Rücknahme aller Abmahnungen stehen wir euch zur Seite. Wir werden diese Angriffe auf mutige und kämpferische Automobilarbeiter weltweit bekannt machen und rufen zur internationalen Solidarität auf.
 
Wer einen von uns angreift – der greift alle an.
Aber wir sagen: Einer für alle - Alle für einen!
 
Carlos Luiz Prates Mancha (Brasilien), Diego Rejon Bayo (Spanien), Jörn Kleffel (Deutschland)
Koordinatoren der ICOG