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Pressemitteilung des VW Widerstandskomitees aus Hannover zur Protestaktion bei der Jahres-Hauptversammlung von VW

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Pressemitteilung

Anlässlich der Jahres-Hauptversammlung des VW-Konzerns am 10. Mai 2017 führt das Widerstandsko­mitee „Für die Zukunft der Jugend, gegen Profiteure und Umweltverbrecher in der VW-Krise“ eine Protest­aktion durch (Hannover, Messegelände, Eingang Nord 2, Hermesallee, 9 bis 10:30 Uhr):

Keine Entlastung für Profiteure und Umweltverbrecher! Die Verursacher sollen zahlen! Alle Verantwortlichen müssen strafrechtlich zur Rechenschaft gezogen werden

Seit Jahresanfang wird gegen Ex-VW-Chef Winterkorn strafrechtlich wegen Betrugs ermittelt. Erwiesener­maßen wurde spätestens seit 2012 auf allen Ebenen bei VW und Audi über die kriminellen Machenschaf­ten diskutiert. Aber bei den Verantwortlichen auch nach 1,5 Jahren von Unrechtsbewusstsein keine Spur! Ganz im Gegenteil: Unisono wird der kriminelle Betrug weiter als „Dieselthematik“ heruntergespielt. Zer­störung der Natur und tausende Tote infolge Millionen Tonnen Stickoxiden werden billigend in Kauf ge­nommen, die jahrzehntelange systematische Vertuschung vehement abgestritten.

Umso empörender, wie ausgerechnet Winterkorn im Bundestag-Untersuchungsausschuß im Januar das Opferlamm mimt. Aber nicht nur er: sämtliche involvierte Politiker von Kanzlerin Merkel, über den damali­gen Umweltminister Gabriel, Verkehrsminister Dobrindt, Ministerpräsidenten Weil bis hin zum Chef des Kraftfahrtbundesamt Ziercke wollen nichts bemerkt, geschweige denn gewusst haben. So funktioniert das >System VW< munter weiter. Z.B. in der Verhinderung von Entschädigungszahlungen an betrogene Käu­fer von Diesel-Autos in Europa. Während noch kein einziger Verantwortlicher zur Rechenschaft gezogen wurde, wird dagegen z.B. mit der Vernichtung von 23.000 Arbeitsplätzen in Deutschland im Rahmen des „Zukunftspakt“ die ganze Gesellschaft haftbar gemacht.

Und die vermeintlichen Saubermänner im „neuen“ Vorstand? Sie sind selbst bis über beide Ohren in die­se Machenschaften verstrickt. Verlief doch die Karriere des Vorstandsvorsitzenden Müller entlang der Ein­führung von Abschalteinrichtungen zuerst bei Porsche über Audi zu VW. Die Kenntnis des VW-Vorstands­mitglieds und Audi-Chefs Stadler ist seit einer Arbeitsgerichtsverhandlung im Februar in Heilbronn belegt. Selbst der amtierende Nutzfahrzeug-Vorstand Rentschler und die ehemalige Rechtsverantwortliche Hohmann­-Dennhardt kommen vom zweitgrößten deutschen Automobil-Konzern Daimler, der selbst ähnliche Abschalteinrichtungen verwendet.

Alle zusammen verhindern bis heute die vollständige Aufklärung: Whistleblower wie der frühere Audi-Die­sel-Entwicklungsvorstands Weiss werden mit fristloser Kündigung und Unterlassungsklagen kaltgestellt. Die Veröffentlichung aller in den USA aufgedeckten Ermittlungsergebnisse wird verhindert. Der 2016 groß angekündigte Untersuchungsbericht der Anwaltskanzlei Jones&Day bleibt geheime „Verschlusssache“. Auch die Justiz ist Teil der Spurenverwischung. Der Deutschen Umwelthilfe wurde gerichtlich untersagt, die Wahrheit über die 3fach erhöhten Abgaswerte nach dem Software-Update öffentlich zu sagen. Ein skrupelloses Monopol wie VW spinnt bewusst an einem umfassenden Netz von Lügen und Verstrickun­gen, um die Menschen hinters Licht zu führen.

Auf der Hauptversammlung soll dieser Vorstand erneut entlastet werden, wie schon 2016. Grundlage sind Prüfungen von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, die VW selbst in Auftrag gegeben hat. Selbstredend wurden -wie jahrzehntelang zuvor- keine Verstöße festgestellt. Diese Kumpanei und die bewusste Zerstö­rung der Natur wollen immer mehr Kollegen und umweltbewegte Menschen nicht länger hinnehmen.

Wir rufen Sie/Euch auf, mit uns die Hauptversammlung für energischen Protest zu nutzen:

Dieser VW-Vorstand kann und darf nicht entlastet werden!

Wir fordern die restlose Aufklärung! Alle Verantwortlichen müssen strafrechtlich zur Rechenschaft gezogen werden! Haftung aller Verantwortlichen inklusive ihres Privatvermögens!

Keine Abwälzung der Krisenlasten auf die Gesellschaft!

Wir freuen uns auf Unterstützung und Berichterstattung

im Auftrag: Gitta Hansen, Hannover

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