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30 Jahre tiefe Verbundenheit der Daimler Beschäftigten Deutschland-Südafrika

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12.August 1987 : 2800 Daimler-Kollegen Südafrika East-London im Streik

30 Jahre tiefe Verbundenheit der Daimler Beschäftigten Deutschland-Südafrika

Es jährt sich 30 Jahre tiefe solidarische Verbundenheit der Daimler Beschäftigten zwischen Südafrika und Deutschland. Ein besonderes Jubiläum, denn heute ist die Solidarität aller Daimler Beschäftigten global, rund um den Erdball gang und gebe. Darüber hinaus aller Automobiler, egal welcher Hersteller.

Was war damals, wie fing es an.                                                                     

Südafrika zur damaligen Zeit, Rassendiskriminierung ,stärkste Ausbeutung und Unterdrückung der schwarzen Bevölkerung und Nelson Mandela wie viele andere Befreiungskämpfer in Haft.  Ein Eldorado für Konzerne zur Ausbeutung. Und doch immer wieder streikten Kolleginnen und Kollegen. 

Bis dahin verkaufte der Daimler Konzern sein Arrangement auf dem afrikanischen Kontinent quasi als Entwicklungshilfe.

August 1987, Daimler Südafrika schlägt Wogen und die Ereignisse schlagen Wellen bei den Beschäftigten im Stammwerk Stuttgart-Untertürkheim. Kein Tag verging das nicht die Vorgänge in Presse, Funk und Fernsehen kamen. Zum gleichen Zeitpunkt streikten die Bergarbeiter.

Am Montag den 12.August 1987 befand sich die gesamte Belegschaft des Werkes East London im Streik unter Führung der Metallgewerkschaft NUMSA, nachdem zuvor 188 Kollegen des Karrosseriebaues  selbstständig in Streik traten und als „Rädelsführer“ gekündigt wurden. Nach Angaben der IGM ( Stuttgarter Nachrichten vom 12.8.1987 ) wurden sogar über 200 schwarze Arbeiter, die gesamt betriebliche Führungsschicht der Gewerkschaft NUMSA entlassen. Und daraufhin trat die gesamte Belegschaft 2800 Beschäftigte in den Streik.

Die Forderungen waren: Ein Stundenlohn von 5 Rand (ca. 4,50 DM) und das die geplante Arbeitszeitverkürzung von 45 auf 43 Stunden mit Lohnausgleich sattfindet. ( IG Metall Info-Extra September 1987 ).

Die Firma kündigte der gesamten Belegschaft.   

Doch nun schlugen die Wellen in Stuttgart-Untertürkeim hoch. Solidaritätsaktionen im Stammwerk folgten. Vor dem Vorstandgebäude in Stuttgart-Untertürkheim demonstrierten Kollegen auf Initiative der PLAKAT-Betriebsräte (ehemalige kämpferische Betriebskollegen die aus der IGM ausgeschlossen wurden.) Am 17. September 1987 informierten ca. 10 Kolleginnen/Kollegen, Betriebsräte und Vertrauensleute vor dem Untertürkheimer Tor unsere Belegschaft, die Stuttgarter Zeitung berichtete in ihrer Ausgabe vom 18.September 1987. Am 21. September 1987 erschien in afrikanische Tageszeitung ein Solidaritätsaufruf von IGM Vertrauensleuten und Betriebsräten. Solidaritätsaufrufe bundesweit, gewerkschaftlichen und politische Solidarität gingen ein. Unterschriftenaktionen und Spendensammlungen

Ungewohnt und neu für die Konzernspitze, die massiv unter Druck kam.

Kämpferischen Kolleginnen und Kollegen haben es geschafft dass das Thema im Betrieb, der Öffentlichkeit und in der IG Metall das Thema auf die Agenda kam. Gegen den Widerstand des  Betriebsratsvorsitzender, der es als Affront ansahen, das ohne seine  Genehmigung Aktionen im Stammwerk stattfanden. Auch im Werk Sindelfingen wurde zur Solidarität aufgerufen. Co Management damals war auch schon damals, die Themen in Gremien und im Aufsichtsrat zu besprechen.

Historisch war es im September 1987 als 2 südafrikanische Kollegen nach Stuttgart kamen und es im Fernsehen zur besten Abendzeit in der SWR Abendschau kam. 

Verhandlungen liefen, Kompromisse, aber der Streik dauerte 9 Wochen, bis in den November 1987 hinein. Es gab die Erhöhung des Mindestlohnes und die schrittweise Absenkung der Wochenarbeitszeit.

Was blieb und bleibt davon übrig:

In der Daimler Belegschaft ist seitdem die solidarische Unterstützung von Kollegen in den In – und Ausländischen Werken selbstverständlich.

Ob in Bremen, Brasilien oder Südafrika – internationale Solidarität, von aktiven Kolleginnen und Kollegen in allen Daimler Werken wird organisiert.

Gegenseitige Besuche über Kontinent Grenzen hinweg finden statt.

Als Vorläufer der 1. Internationalen Automobilarbeiter Konferenz 2015 in Sindelfingen, waren immer wieder südafrikanische Kollegen auf den Automobilarbeiter Ratschlägen. 

Damals wie heute, sind die Bremser in den IGM und Betriebsratsspitzen zu finden, die selbstständige Aktionen nicht wollen und stattdessen im Aufsichtsrat reden.

Und was historisch war und ist es, dass auf der 1. Internationalen Automobilarbeiterkonferenz im Oktober 2015 in Sindelfingen –Maichingen südafrikanische Kollegen die Bande der Solidarität erneuerten.      

Wir die Kolleginnen und Kollegen der Daimler Werke Stuttgart und Sindelfingen erneuern unsere Verbundenheit mit unseren Freunden und Kollegen in Südafrika, und allen Automobilern. Wir kämpfen gemeinsam für unsere Zukunft!

Veranstaltung: Mittwoch 16.8.2017 Stuttgart-Untertürkheim Bruckwiesenweg 10 im ABZ

„ Freunde der Internationalen Automobilarbeiter Konferenz Sindelfingen e.V.

Stuttgarter Trägerkreis der IAC