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Einladung zum bundesweiten Delegiertentreffen der Internationalen Automobilarbeiterkoordination am 2. Dezember 2017 in Kassel

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Deutsche Koordinierungsgruppe (KOG) der

INTERNATIONALEN AUTOMOBILARBEITERKOORDINATION

Infobrief Nr. 3

Oktober 2017

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

es geht um die Vorbereitung des bundesweiten Delegiertentreffen der Automobilarbeiterkoordination, das wir für den 2. Dezember in Kassel organisieren. Unser letztes bundesweite Treffen war im Januar 2016 und wir hatten beschlossen, mindestens jährlich ein bundesweites Treffen zu machen. Es wird allerhöchste Zeit, nicht nur wegen diesem Beschluss, sondern um die Internationale Automobilarbeiterkoordination voran zu bringen. In den letzten Monaten haben wir und unsere Aktiven an den Orten und in den Betrieben international die Solidarität mit Maruti-Suzuki-Kollegen, mit dem Streik bei VW-Portugal, den Kontakt von PSA- und Opel-Kollegen entwickelt, Infobriefe von GM und VW herausgebracht. Mehrere Infobriefe der Internationalen Koordinierungsgruppe haben diese Aktivitäten gefördert. Eine Geringschätzung der Entwicklung der Automobilarbeiterkoordination kam beim Streik der VWler in Bratislva zum Ausdruck, dass wir erst hinterher reagiert haben. Die Homepage ist in der letzten Zeit lebendiger genutzt worden. In Deutschland sind unsere Hauptaktivitäten gegen das "Autokartell" mit VW an der Spitze. Aktivisten von uns stehen vorne dran im Kampf gegen die kriminellen Machenschaften der Autokonzerne und der Regierung, gegen die Vergiftung von Mensch und Umwelt, die Abwälzung der Krisenlasten auf Beschäftigte, Autokunden und Kommunen.

Die Autokonzerne reagieren zunehmend nervöser und versuchen, kämpferische Kollegen zu unterdrücken. Porsche hat den Kollegen Sigmar Herrlinger (Stuttgart) gekündigt, weil er den Abgasbetrug auf der Betriebsversammlung anprangerte und die Bestrafung der Verantwortlichen forderte. VW in Kassel hat Andreas Gärtner abgenahnt. In Bursa (Türkei) wurde die Kollegin Dilek Gültekin vom Autozulieferer Yazaki aus politischen Gründen gekündigt. In Frankreich wurde Farid Borsali, Gewerkschafter der CGT Frankreich bei PSA Poissy, verurteilt, weil die CGT Verträge mit PSA nicht unterzeichnet hat.

Mit der Krisenhaftigkeit des kapitalistischen Weltsystems greifen die Autokonzerne im Kampf um die Weltmarktführerschaft die Belegschaften an. Als Gegenpol haben sich Kämpfe der Arbeiter in verschiedenen Ländern entwickelt: Brasilien, Frankreich, VW Palmela/Portugal, Streiks in Südkorea, auch in Deutschland mehrere Aktionen (Proteste in Deutschland gegen Zwangsversetzungen von Braunschweig nach Kassel, gegen die Entlassung von vier Kolleginnen in Hannover). Also ein Potential und Aufgabe für die Internationale Automobilarbeiterkoordination, ebenso wie die bevorstehende Umstrukturierungen im Zusammenhang mit Industrie 4.0 und Elektromobilität.

Wir als Koordinierungsgruppe sehen die Aufgabe des bundesweiten Treffens, den Aufbau der Internationalen Automobilarbeiterkoordination voranzutreiben, die Koordinierung der Kämpfe zu organisieren, die Hindernisse kritisch-selbstkritisch aufzuarbeiten. Die internationale Entwicklung fordert uns alle heraus die Koordinierung in einer neuen Qualität anzupacken und die Vorbereitung für die 2. IAC 2019 in die Hand zu nehmen.

Wir schlagen vor, dass es ein ordentliches Delegiertentreffen der IAC-Gruppen ist (es gelten die Prinzipien hierzu von 2015 (Delegiertenwahl...)). Da an einigen Orten im Moment IAC-Gruppen nicht aktiv sind, sind Teilnehmer aus solchen Orten ohne Stimmrecht sehr erwünscht, oder noch besser, nehmt dies zum Anlass euch zu treffen und die Internationale Automobilarbeiterkoordination auf eine breitere Basis zu stellen. Wir schlagen vor, das Treffen in zwei Teilen durchzuführen, um den Wunsch nach Erfahrungsaustausch und internationaler Zusammenarbeit in den einzelnen Konzernen nachzukommen. Auf vielfache Hinweise wollen wir am Abend eine Solidaritätsveranstaltung machen, um zum einen die Kultur und die Zusammengehörigkeit zu fördern, zum anderen Südafrika näher bekannt zu machen. Die Rückreise kann dann am nächsten Tag sein (Sonntag). Übernachtungsmöglichkeiten werden wir dann noch organisieren.

Vorschlag für den Ablauf: 10 – 14.00 Uhr: Einleitungsbeitrag zur Entwicklung in der Autoindustrie und der internationalen Koordinierung von Kämpfen. Diskussion darüber mit Beschlüssen zur internationalen Koordinierung, konkret zur Kontaktpflege der einzelnen Orte, v.a. Südafrika. In der Diskussion auch der Bericht vom ICOG-Treffen und der Stand zur Vorbereitung der 2. IAC. Verabschiedung von Solidaritätsresolutionen. Sonstiges mit Finanzen und Homepage. Dazwischen Mittagspause.

14.30 – 16.00 Uhr Erfahrungsaustausch innerhalb der Konzerne, internationale Verbindungen

16.30 – 17.30 Uhr Zusammenführen der Ergebnisse

Ab 18.30 Uhr: Solidaritätsfest, Bildvortrag zu Südafrika (dazu Beitrag aus Stuttgart zu Streik vor 30 Jahren in Südafrika)

Den genauen Ort werden wir euch noch mitteilen.

Wir wünschen euch viel Erfolg in der Vorbereitung des bundesweiten Delegiertentreffens und verbleiben mit kämpferischen Grüßen

Sprechergruppe der Koordinierungsgruppe in Deutschland der Internationale Automobilarbeiterkoordination

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