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Aufruf der Internationalen Automobilarbeiterkoordination zum 1. Mai 2017 und zum Welttag für Gesundheit und Sicherheit bei der Arbeit (28. April)

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Baut mit auf und stärkt die Automobilarbeiter Koordination!

Der 1.Mai ist nicht nur ein Feiertag, sondern ein Kampftag der Arbeiterklasse für ihre gemeinsamen Ziele. Ihre Errungenschaften waren immer das Ergebnis eines fortwährenden Kampfes. Die Kapitalisten wollen das was die Arbeiter dazu gewonnen haben wieder rückgängig machen. Sie starten Angriffe, um ihre Profite durch eine Überausbeutung zu maximieren. Der verschärfte Konkurrenzkampf zwischen den multinationalen Monopolen und das Chaos auf dem kapitalistischen Markt führen zu wirtschaftlichen und politischen Krisen, zur Verschlechterung der Arbeitsbedingungen der Beschäftigten und der Lebensbedingungen ihrer Familien. Dies führt auch zu Kriegen, welche die Migration von Millionen Menschen verursachen, und zu Flüchtlingskrisen. Ein Wettrüsten hat begonnen und eine wachsende Militarisierung und Ausbreitung von Kriegen.

In vielen Ländern schließen die multinationalen Autokonzerne Standorte und entlassen Arbeiter. Die Überproduktion, welche die multinationalen Konzerne in den letzten Jahren geschaffen haben, führt zu Umstrukturierungen mit der Gefahr, dass wie das Beispiel Brasilien zeigt, tausende von Arbeitsplätze gefährdet sind.

Im Wettbewerb zwischen den Marken entstand durch den Zusammenschluss von zwei Konzernen Opel und PSA eine neue Konzentration auf dem Marktes und eine wirtschaftliche Macht in den Händen einiger weniger. Wir lehnen alle Erpressungsversuche ab, weil sie zum Verlust von Arbeitsplätzen und Verschlechterung der Arbeitsbedingungen führen. Wir rufen zur Solidarität zwischen allen Arbeitern der beiden Unternehmen auf, zur Verteidigung ihrer Rechte, Löhne und Arbeitsplätze.

Der skandalöse Betrug vom VW Vorstand zeigt, dass sie in dieser Vernichtungsschlacht vor keinem Verbrechen zurück scheuen. Ebenso sind wir sicher, dass alle anderen multinationalen Autokonzerne genau so in den gleichen Betrug verstrickt sind. Dies ist ein weltweites Problem mit verbrecherischen Auswirkungen auf die Gesundheit von Millionen von Menschen. Wir lehnen den geheimen „Zukunftspakt“ ab, welcher zwischen dem Management von VW und dem Betriebsrat ausgehandelt wurde. Sie wollen diesen Skandal verbergen und die Arbeiter sollen bei Umstrukturierungen mit dem Verlust von mindestens 30.000 Arbeitsplätzen zahlen, während die Vorstände empörende Bonuszahlungen und Abfindungen bekommen. Wir fordern den Rücktritt der Verantwortlichen im Management und der Regierung, und dass sie bestraft werden müssen.

Wir sehen, dass der Konkurrenzkampf zu ständigen Angriffen führt, auf kranke und durch die Arbeit verletzte Arbeiter durch hohes Arbeitstempo und Bedingungen wie halber Sklavenarbeit, zur Entlassungen von verletzten Arbeitern bei GM in Kolumbien oder dass VW Arbeiter trotz ernster gesundheitlicher Einschränkungen wieder an die Bänder geschickt werden, sowie fehlende soziale Sicherheit ausgehend von der Regierungen, verdienen eine klare Antwort am 28. April, dem internationaler Tag der Arbeitssicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz. Wir rufen auf zu Streikaktionen und Widerstand in allen Autofabriken.

Wir als Automobilarbeiter sind empört über diese Entwicklung. In vielen Werken gibt es Widerstand und die Entscheidung, sich nicht erpressen zu lassen und nicht zu akzeptieren, dass es angeblich „keine Alternative“ gibt, wie die Beispiele derzeit in bei GM in Argentinien und Brasilien, bei Opel, VW, Hyundai, usw. zeigen.

Es gibt auch wichtige Initiativen offensive Forderungen aufzustellen, wie die indischen Maruti Suzuki Arbeiter, welche für ihre Gewerkschaftsrecte und gegen das Leiharbeitssystem kämpften. Der multinationale Suzuki-Konzern zusammen mit der indischen Regierung haben verbrecherisch und arbeiterfeindlich über einhundert Streikende über zwei Jahre ins Gefängnis gesteckt. 13 Arbeiter wurde verurteilt zu lebenslangen und 18 weitere zu lange Haftstrafen

Automobilarbeiter sind auch Teil großer Massenbewegungen wie in Südkorea und Brasilien. Sie stehen in der ersten Reihe im Kampf gegen ihre Regierungen. Wir begrüßen die Antwort aller Gewerkschaften in Brasilien, ein Generalstreik am 28. April für den Rücktritt der Temer-Regierung und gegen seine Arbeitsmarkt-Reformen.

Wir werden die kapitalistische Logik nicht akzeptieren, dass eine Erhöhung der Produktivität zur Reduzierung von Arbeitsplätzen führt. Neben diesen Angriffen sehen wir Folgen für die Arbeitsplätze durch die notwendigen Veränderungen vom Verbrennungsmotor zur Elektromobilität, der Digitalisierung und Automation, genannt Industrie 4.0. Wir fordern: Reduzierung der Wochenarbeitszeit auf 30 Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich! Und die Reduzierung des Rentenalters!

All diese Erfahrungen erfordern, um die Spaltung zu überwinden, internationale Beziehungen zwischen uns Automobilarbeitern in allen Ländern und Konzernen, und die Koordinierung unsere Kämpfe. Mit der Gründung der Internationalen Automobilarbeiterkoordination haben wir einen Schritt in diese Richtung gemacht.

Nutzen wir den 1. Mai, um die Arbeiterklasse zu mobilisieren, das Bewusstsein zu heben und die internationale Arbeitereinheit zu stärken, um gegen unsere Unterdrücker aufzustehen.

Wir stehen gegen Rassismus und Sozialchauvinismus, für das Recht auf Freizügigkeit und freies Niederlassungsrecht für alle Einwanderer und besonders Flüchtlinge, und rufen die .Arbeiter auf sich jede militärische Aktion und das Wettrüsten unserer Regierungen zu stellen.

Wir rufen alle Automobilarbeiter, Frauen und Männer, und alle Arbeiter in anderen Branchen auf: Kämpft gegen die Kriminalisierung von Streiks in vielen Ländern auf der ganzen Welt und besonders in Indien.

Wir fordern die sofortige Freilassung aller inhaftierten Arbeiter von Maruti Suzuki, weil es ein Gerichtsverfahren ohne Beweise und ein politisches Urteil war, gegen den gerechten Kampf der Maruti-Suzuki-Arbeiter-Gewerkschaft.

Wir rufen zu einer Spendenkampagne zur Unterstützung ihrer Familien auf, zwischen dem 1. Mai und 1. Juni 2017 .

Wir fordern alle Automobilarbeiter und weitere Unterstützer in allen Ländern auf, sich mit der Automobilarbeiter Koordination zu verbinden und unsere Bewegung durch den Eintrag als Mitglied zu stärken.

 

Das Datum in Gedenken an die Opfer von Arbeitsunfällen, 28. April, tauchte in Kanada auf aufgrund der Initiative der Gewerkschaftsbewegung, die Ausbreitung in verschiedene Länder durch die Gewerkschaften, die Verbände, die lokalen und internationale Bündnisse. Der Tag wurde aufgrund eines Unfalls ausgewählt, bei dem im Jahre 1969 78 Arbeiter in einer Mine in Virginia, USA, getötet wurden. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) hat seit dem Jahr 2003 diesen Tag der Reflexion über die Sicherheit und Gesundheit der Arbeit gewidmet.
In der ganzen Welt verunglücken Millionen von Arbeitern und hunderttausende Personen sterben bei der Ausführung der Arbeit. Nach Schätzungen der ILO passieren jedes Jahr auf der Welt rund 270 Millionen Arbeitsunfälle, zusätzlich rund 160 Millionen Fälle von Berufskrankheiten pro Jahr. Außerdem sterben gemäß der ILO im Durchschnitt jeden Tag fünftausend Arbeiter durch Unfälle oder Krankheiten in Verbindung mit der Arbeit. Mehr als drei pro Minute. Von den toten Arbeitern sind 22.000 Kinder; Opfer der Kinderarbeit.