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Daimler-Arbeiter solidarisch mit Siegmar Herrlinger

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Lieber Kollege Siegmar, mit Empörung vernahm ich die ungeheuerlichen Angriffe der Porsche AG gegen Dich. Bereits die Angriffe auf der Betriebsversammlung sind ungeheuerlich.

 

Richtig ist es und sehr mutig von Dir, die kriminellen Machenschaften des VW-Konzerns mit dem Vorstandsvorsitzenden Müller, der immerhin Porsche-Chef war, anzuprangern und Konsequenzen zu fordern. Umso schäbiger ist das Verhalten des Betriebsratsvorsitzenden Uwe Hück.

 

Es ist eines IGM-Mitglieds unwürdig, deinen "Rauswurf" zu forcieren. Genau dieser Kollege Hück hat Nibelungentreue zu Winterkorn und auch dem ehemaligen Porsche-Vorstandsvorsitzenden Wendelin Wiedeking geschworen und ist als SPD-Sprachrohr bei Wahlen durch die Lande gezogen.

 

Kein IG-Metall-Mitglied hätte es je gefordert, ihn deswegen zu entlassen bzw. zur Kündigung aufzufordern, wie es dir auf der Betriebsversammlung angedroht wurde. Und nachdem Du jetzt als Direktkandidat zur Bundestagswahl 2017 antrittst, sollst du bestraft werden. Damit sollen alle Metaller getroffen werden.

 

Seit wann sind Bundestagswahl-Kandidaten von der Gnade der Porsche AG abhängig? Die einstweilige Verfügung, die zu Deinen Gunsten erwirkt wurde, ist nur ein erster Teilerfolg.

 

Das Recht zur Wahl anzutreten für uns Arbeitnehmer, ist für mich als Wähler und IG-Metall-Mitglied unantastbar. Es ist ein grundlegendes Recht und nicht von Porsche oder irgendjemandem anzutasten.

 

In diesem Sinne hast du meine volle Solidarität und Unterstützung. Die Porsche AG bzw. VW bestimmen nicht, ob du zur Wahl antrittst. Ich fordere auch den Kollegen Hück auf, sich öffentlich bei dir zu entschuldigen.

Mit kollegialen Grüßen

 

Daimler-Kollege aus Sindelfingen und IGM-Mitglied seit 1970