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Zukunftsprogramm beschlossen am 9.8. durch das VW- Komitee Kassel

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Die Zukunft der Jugend nicht den Profitinteressen der Autokonzerne opfern!

 

Aufstehen gegen das Kartell der Profiteure und Vertuscher!

 

Zukunftsprogramm beschlossen am 9.8. durch das VW- Komitee Kassel

 Wir akzeptieren nicht, dass auf Kosten von uns, der Umwelt und der Zukunft der Jugend Verbrechen von VW und allen anderen Autokonzernen gedeckt und vertuscht werden. Wir wollen nicht mehr dulden, dass die Folgen auf uns abgewälzt werden, das alles für den Profit einiger weniger geopfert wird. Die Verantwortlichen sind austauschbar, dieser Betrug hat System.

1. Sofortige Aufklärung! Die Schuldigen sollen zahlen!

Selbst die unzähligen legalen Tricks zur Manipulation der Verbrauchswerte reichten den VW-Verantwortlichen nicht. Mit rücksichtsloser krimineller Energie wurde eine Abgasreinigung vorgegaukelt. Die Freisetzung von Millionen Tonnen Stickoxiden wird bewusst vertuscht und der Weltöffentlichkeit erklärt, Diesel-Motoren seien „sauber“. Nachweislich wurden dafür bis heute Tausende Tote in Kauf genommen. Wie selbstverständlich laufen die Verantwortlichen frei herum und kassieren auch noch Millionen als „Erfolgsprämie“ oder Pensionen. Das nehmen wir nicht hin!

Wir fordern, dass die Großaktionäre und Vorstände mit ihrem persönlichen Vermögen haften! Wir fordern, dass sie strafrechtlich verfolgt werden, statt alles zu verschleppen und zu verschleiern. Wir fordern Entschädigung für getäuschte Autokäufer und und die vergiftete Bevölkerung.

2. Willige Erfüller und Gehilfen - Regierung und staatliche Organe

Verkehrsminister Dobrindt mimt den Ahnungslosen will gar nicht aufklären. Das ihm untergeordnete Kraftfahrzeugbundesamt (KBA) war aktiv an der Freigabe der betreffenden Motoren beteiligt. Merkel setzt nach dem Aufdecken des Betruges in der EU durch, das Dieselmotoren immer noch das 2,1 fache des NOx Grenzwertes ausstoßen dürfen. Personelle Verflechtungen von Regierung, Konzern, Parteien und auch einiger führender Vertreter von DGB-Gewerkschaften haben dafür gesorgt, dass der Betrug über Jahre durchgeführt werden konnte. Daher wenden wir uns gegen das gesamte Kartell der Profiteure – Regierung und Staatsorgane eingeschlossen.

3. Nicht spalten lassen - um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz kämpfen!

Nicht der Kampf gegen die Profiteure gefährdet unsere Arbeitsplätze, sondern die Macht- und Profitgier der VW-Verantwortlichen und der mörderische Konkurrenzkampf aller Autokonzerne untereinander. Wir wollen nicht zulassen, dass die Leiharbeitskollegen ihren Arbeitsplatz verlieren oder die Komponentenfertigung ausgegliedert wird. Die Spaltung der Belegschaft z.B. durch Werkverträge, Haustarif I und II, Fremdfirmen usw. geht heute schon viel zu weit. Nur wenn wir gemeinsam kämpfen, können wir etwas erreichen! Für die 30 Stunden Woche bei vollem Lohnausgleich – auf Kosten der Profite!

4. Wir wollen eine lebenswerte Umwelt - auch in Zukunft!

Seit Jahrzehnten wird auf Betreiben der Autoindustrie der Individualverkehr auf der Basis von Verbrennungsmotoren gefördert, werden Städte dafür umgebaut, wird der Güterverkehr bereits zu 70% auf der Straße organisiert. Ballungszentren ersticken im Feinstaub und werden von Stickoxid vergiftet. Uns kann die Umwelt nicht egal sein! Wir brauchen eine Umwelt in der wir leben und arbeiten können. Wir fordern die schnellstmögliche Umstellung der Energieversorgung auf regenerative Energien und auf weitgehend emissionsfreie und vor allem öffentliche Verkehrsmittel. Dafür braucht es Tausende Arbeitsplätze. Das Festhalten an rückständigen Techniken und am Profitsystem zerstört die Umwelt und vernichtet Arbeitsplätze. Für eine lebenswerte Zukunft der kommenden Generationen.

5. Unser Trumpf ist die internationale Arbeitereinheit !

Weltmarktführer zu sein ist das Ziel der Kapitalisten und Ausbeuter, nicht unseres. Wir sollen international in Konkurrenz um die schlechtesten Arbeitsbedingungen und Löhne antreten. Auch unsere Kolleginnen und Kollegen in den Werken im Ausland müssen ihre Familien ernähren. „Zukunftspakt“ und das Programm „Together“ sind nur neue Schlagworte dafür, dass wir Einschnitte hinnehmen sollen. Das „Gemeinsam mit VW ...“ ist nur die Begleitmusik, um die Krisenlasten auf die breite Masse der Bevölkerung und die VW-Belegschaften abzuwälzen. Die stolze Identifikation mit der geleisteten Arbeit, das „Wir-Gefühl“, wird missbraucht für die skrupellosen Machenschaften der Kapitalisten. Automobilarbeiter aus 20 Ländern haben sich in der Internationalen-Automobilarbeiter-Konferenz (IAC) zusammengeschlossen, um diese Spaltung zu überwinden

Wir dürfen uns nicht spalten lassen - vereint sind wir eine mächtige Kraft!

6. Für starke und kämpferische Gewerkschaften

Die Mehrheit der Kollegen will Gewerkschaften, die kämpfen und was durchsetzen! Aber Teile der Führung der IG Metall und die VW Betriebsratsspitze sieht seit Jahren ihre Perspektive im Co- Management, der Mitgestaltung des Kapitalismus. Gut bezahlt und mit anderen „Nettigkeiten“ ruhig gestellt, ordnen sie sich letztlich dem Profitstreben unter. Wir brauchen starke Gewerkschaften, die kämpfen und nicht „regulieren“. Kritiker an der VW-Politik werden als „Nest­beschmutzer“ gebrandmarkt. Der Antikommunismus wird von diesen Co-Managern verbreitet, die ihre guten Posten im Kapitalismus zu verlieren haben. Die Gewerkschaften müssen sich mit kämpferischen Volksbewegungen zusammenschließen und ihre organisierte Kraft in den Dienst der internationalen Belegschaften stellen!

7. Wir brauchen ein allseitiges, gesetzliches und umfassendes Streikrecht.

Mit einem umfassenden Streikrecht könnten wir wirksamen und massenhaften Druck auf die VW- Führung ausüben um unsere Forderungen durchzusetzen. Wir haben aber in Deutschland gar kein Streikrecht, sondern dürfen nur in Tariffragen außerhalb der Friedenspflicht unter Führung einer Gewerkschaft streiken – das „gestattet“ man uns als „Gewohnheitsrecht“(!) Wir treten für den Erhalt und die Erweiterung unserer demokratischen Rechte und Freiheiten ein!

8. Kahlschlag in der Kommunalpolitik – nicht mit uns!

Deutsche Steuergesetze ermöglichen es VW, ihre Verluste von der ohnehin geringen Gewerbesteuer abzuziehen. Das geht direkt auf Kosten der Kommunen und damit der Allgemeinheit. Während Schulen nicht saniert und die Hundesteuer erhöht wird, streichen Piech /Porsche und Qatar erneut Milliarden Gewinne ein. Der Widerstand gegen die Erhöhung kommunaler Gebühren, gegen Einsparungen in den Verwaltungen muss sich mit dem Kampf um jeden Arbeitsplatz und für den Erhalt der natürlichen Umwelt verbinden.

9. Auf die eigene Kraft vertrauen!

Sollen wir stillhalten und zusehen, wie die Verursacher selbst „aufklären“ bis alle Beweise vernichtet sind und sie sich dann gegenseitig die Unschuld beteuern? Abwarten bedeutet Verzicht. Die Erfahrung hat gezeigt, dass Arbeiter und Angestellte im Interesse der Zukunft der Jugend selbst kämpfen müssen. Wir brauchen Streiks in den Betrieben und einen aktiven Widerstand gegen das Kartell der Profiteure. Die Arbeiterbewegung, ihre Familien, die Umweltschützer, die Jugend- und die Frauenbewegung sowie die Kommunalpolitiker müssen sich an der Basis zusammenschließen.

Helft mit und organisiert euch gegen das Kartell der Profiteure und Vertuscher!

Unterschreibt:

Das Verursacherprinzip gegen VW-Vorstand und Großaktionäre durchsetzen. Keine Abwälzung der Krise auf die Gesellschaft!

 

Erstunterzeichner des Aufrufs:

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