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Solidaritätscharta für Beschäftigte bei Bosch und Auto-Zulieferbetrieben

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(beschlossen im Forum „Bosch und Zulieferer“ auf der 1. Internationalen Automobilarbeiterkonferenz am 17. Oktober 2015 in Sindelfingen/Maichingen)

Wir sind Arbeiterinnen, Arbeiter und Angestellte mit ihren Familien und Freunden aus den Fabriken von Bosch und anderen Automobilzulieferbetrieben, in denen hunderttausende Kolleginnen und Kollegen arbeiten, allein bei Bosch über 300 000. Zum großen Teil Stammbelegschaften, aber auch mehr Leih- und Vertragsarbeiter und zunehmend Arbeiter mit befristeten Arbeitsverträgen, die wir anerkennen als gleichberechtigten Teil der Belegschaften.

Wir verstehen uns als Teil der kämpferischen und klassenkämpferischen Arbeiterbewegung weltweit.

Wir gehen von unseren eigenen Klasseninteressen aus. Dafür brauchen wir kämpferische Gewerkschaften und den Zusammenschluss der Belegschaften national und international über Partei- und Gewerkschaftsgrenzen hinweg. Für diesen Kampf ist ein allseitiges, vollständiges und gesetzliches Streikrecht sowie die freie politische und gewerkschaftliche Betätigung im Betrieb weltweit notwendig.

Wir informieren uns gegenseitig, organisieren die Solidarität weltweit und wollen Streikbrecherarbeiten verhindern. Wir brauchen Arbeitsplätze unter menschenwürdigen Bedingungen, die ein eigenständiges Leben ermöglichen. Die extreme gesundheitsschädliche Schichtarbeit ohne freies Wochenende muss angegriffen werden. Den Kampf um die Zukunft der Jugend können Jung und Alt nur gemeinsam führen. Wir kämpfen um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz und gegen die besonderen Angriffe auf die Rechte und Löhne unserer jungen Kollegen. Dabei lernen die Jugendlichen von den Erfahrungen der Arbeiterbewegung und beleben diese.

Wir bekämpfen jede Art von Faschismus, Nationalismus, Rassismus, Sexismus und religiösen Fanatismus.

Wir übernehmen die Verantwortung für den Kampf gegen den Umschlag in eine globale Umweltkatastrophe. Wir lassen uns nicht mit der Angst um unsere Arbeitsplätze in Gegensatz zur Umweltbewegung bringen. Wir setzen uns ein für ein Verkehrs- und Transportwesen mit Null-Emission.

Die immer weitere Flexibilisierung und Arbeitsverdichtung, Arbeitsplatzabbau und Werkschließungen werden für uns und unsere Familien immer unerträglicher. Wir sind offen für eine befreite Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung. Wir brauchen eine breite und solidarische Diskussion darüber, wie wir dahin kommen. Wir organisieren die unverbrüchliche Solidarität gegen politische Unterdrückung und Mobbing kämpferischer Kolleginnen und Kollegen. Dazu gehört der Kampf gegen antikommunistische Unvereinbarkeitsbeschlüsse in den Gewerkschaften.

Wir unterstützen die gerechten Kämpfe der Völker für Freiheit und Demokratie wie zum Beispiel den Kampf in Rojava – Kurdistan gegen die IS Faschisten und alle, die diese unterstützen.

Wir wollen die Spaltung der Belegschaften überwinden und über Ländergrenzen hinweg gemeinsam nach vorne gehen. Wir setzen uns für den 6 – Stunden – Tag bei vollem Lohnausgleich ein zur Schaffung von Arbeitsplätzen und Entlastung der Familien.

Wir organisieren Besuche von Kolleginnen und Kollegen, um uns besser kennen zu lernen, voneinander zu lernen und den internationalen Zusammenschluss voran zu treiben.

Aktiv unterstützen wir die vom Forum „Bosch/Zulieferbetriebe“ gewählten Sprecher durch Berichte und Vorschläge, nutzen dazu die Homepage der IAC und bereiten das nächste Forum zur zweiten Automobilarbeiterkonferenz gemeinsam und gleichberechtigt vor.