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Infobrief Nr. 1 der Deutschen Koordinierungsgruppe der INTERNATIONALEN AUTOMOBILARBEITER KOORDINATION

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21.März 2016

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

auf dem bundesweiten Delegiertentreffen der Trägergruppen am 17.Januar 2016 in Gelsenkirchen wurde eine neue Koordinierungsgruppe gewählt. Am 27. Februar haben wir uns als Koordinierungsgruppe konstituiert und Ihr erhaltet nun den ersten Infobrief. Dieses bundesweite Delegiertentreffen stellte die Weichen, die Ergebnisse der 1.Internationalen Automobilarbeiterkonferenz im Oktober in Sindelfingen umzusetzen und die dortige Gründung der INTERNATIONALEN AUTOMOBILARBEITERKOORDINATION in Deutschland voran zu bringen. Wir berichten von den wesentlichen Ergebnissen:

1. Von allen wurde die 1.Internationalen Automobilarbeiterkonferenz im Oktober 2015 in Sindelfingen als großen Erfolg gewertet: Ein Riesenschritt zur weiteren Koordinierung der Kämpfe der internationalen Automobilarbeiterbewegung konnte erreicht werden! Ein Ausdruck davon war die begeisternde Veranstaltung "Die Fackel brennt weiter" am 16. Januar 2016 in Gelsenkirchen. Der Widerstandsgeist der Bochumer Opelaner hat sich nicht nur in Deutschland verbreitet. Acht internationale Solidaritätsadressen sind eingegangen, von Indien, Pakistan, Iran, zwei aus USA, aus Kolumbien, aus Südafrika und aus Australien. International war der Streik bei GM Sao Jose in Brasilien im Januar gegen die Kürzung einer Zulage bedeutend, weil sich die Arbeiter trotz einer Krisensituation in der brasilianischen Wirtschaft nicht die erkämpften Errungenschaften wegnehmen lassen. Beigetragen dazu hat die Internationale Koordinierungsgruppe (ICOG), über die Solidaritätsbotschaften aus Indien, Iran, Südafrika, Kolumbien, Deutschland organisiert wurden. Das sind Früchte unserer Konferenz!

2. Die Koordinierungsgruppe legte auf dem Delegiertentreffen Rechenschaft ab, über ihre Arbeit seit November 2013. In der Diskussion wurde deutlich, dass wir gemeinsam weiter aktiv arbeiten wollen. Die Weiterarbeit der Trägergruppen ist entscheidend für die Zukunft der Bewegung der Automobilarbeiter. Wir wählten nach gründlicher Diskussion wieder eine siebenköpfige neue Koordinierungsgruppe (KOG). Der Finanzbericht zeigte, dass wir durch die Konferenz in Sindelfingen einen kleinen Überschuss erreichen konnten. Es waren noch nicht alle Abrechungen getätigt und die Kassenprüfung stand noch aus. Von den etwa 16 000 EUR gesammelten Spenden für die Unterstützung von Flugkosten sind etwa 11 000 EUR benötigt worden. Der Überschuss ist eine gute Basis für die weitere Arbeit der internationalen Koordinierung. Der selbstlose Einsatz von hunderten Kolleginnen und Kollegen und die Stärke der gemeinsamen internationalen Zusammenarbeit weist mit dem Prinzip, die Konferenz selbst zu organisieren und zu finanzieren, in die Zukunft.

3. Einstimmig sind wir der INTERNATIONALEN AUTOMOBILARBEITER-KOORDINATION beigetreten! Die neue Koordinierungsgruppe soll ein Formular entwickeln, auf dem jeder Einzelne oder auch jede Organisation dieser INTERNATIONALEN AUTOMOBILARBEITER-KOORDINATION beitreten kann.

4. Das Delegierten-Treffen hat beschlossen, die gründliche Auswertungsarbeit der 1.Internationalen Automobilarbeiterkonferenz zügig voran zu bringen. Einzelauswertungen sollten bis Ende Februar an die KOG (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) geschickt werden. Es fehlen noch Auswertungen, vor allem von den Foren. Wir bitten, diese zügig zu erstellen, denn für die weitere Arbeit ist es notwendig zu wissen, was haben wir diskutiert, wo gibt es Einheit und Differenzen. Eine Broschüre zur öffentlichen Dokumentation soll auf der Grundlage des Vorschlags der Stuttgarter Gruppe erstellt werden – sie soll am 1.Mai verbreitet werden, um neue Mitstreiter für die Automobilarbeiterkoordination zu gewinnen.

5. Die Arbeit des Konzernforums Opel/GM mit der Herausgabe von GM-Infos und seiner Solidaritätsarbeit soll als Vorbild für die Arbeit der anderen Konzernforen dienen. Ein Treffen zum Austausch der deutschen Konzernsprecher soll von der neuen KOG organisiert werden.

6. Die Betreuung und Pflege der internationalen Kontakte muss stabilisiert und systematisiert werden: Jetzt sind Millionen in Brasilien auf der Strasse, vorne dran die Arbeiter, gegen die korrupte Regierung und gegen das Programm, die Krisenlasten auf das Volk abzuwälzen. In der Türkei sind in Bursa Kämpfe von Renault-Arbeiter. Ein Kollege, der in Sindelfingen war, wurde dabei verhaftet, aber auf Grund der Proteste der Arbeiter musste er wieder freigelassen werden. Positiv ist die Herausgabe einer monatlichen Infoschrift "TIPI" von den Teilnehmern der 1.IAC aus den Ländern: Türkei, Iran, Pakistan, Indien (die auf unserer Homepage zu finden ist). Auf dem Delegierten-Treffen verabschiedeten wir Soli-Resolutionen nach Indien (GM/Halol), nach Südafrika (Lear/East London) und zur Weltfrauenkonferenz (Nepal).

7. In den jeweiligen Orten muss die regelmäßige Arbeit der Trägerguppen stabilisiert werden. Wie in der Produktion, ist eine verbindliche Zusammenarbeit Grundlage für Verläßlichkeit und Erfolg. - "Unser Gegner, das internationale Finanzkapital ist schließlich nicht irgendwer. Wir dürfen nicht nur reagierend arbeiten, sondern müssen Kämpfe vorbereiten: Mit welchen Machenschaften müssen wir dazu fertig werden, wie wird unsere Vereinheitlichung erhöht und wie werden unsere Kräfte gestärkt?" - so ein Delegierter. Der Kampf gegen die Massen-abmahnungen bei Daimler in Bremen und für das allseitige, politische und gesetzliche Streikrecht und die Diskussion über Abgas–Betrug und Umweltverbrechen der Auto-Konzerne sollen unsere inhaltlichen Schwerpunkte sein.

Die neue Koordinierungsgruppe traf sich Ende Februar zu ihrer Konstituierung. Dort waren die wesentlichen Ergebnisse:

- Die Solidarität mit den Abgemahnten in Bremen wurde zum Beispiel aus Sindelfingen mit einer Soli-Erklärung, Unterschriftensammlung und Spenden-Sammlung entwickelt. Der gründliche Bericht aus Bremen ist auf der homepage: "Lehrstück in Klassenjustiz". Wir haben 50.-€ überwiesen an den Bremer Rechtshilfe-Fond zur Unterstützung der Abgemahnten.

- Wir bekräftigten die Aussagen im Umweltforum: „Bewusst nimmt das internationale Finanzkapital eine globale Umweltkatastrophe in Kauf, um sich mit aller Macht die höchsten Profite zu sichern. Die Automobilindustrie hat daran führenden Anteil, nicht nur durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe, sondern die ganze Art und Weise von Produktion, Individualverkehr, Ausplünderung der Rohstoffe und unserer Gesundheit. Wir brauchen eine Kreislaufwirtschaft. Der Kapitalismus wirft wertvolle Stoffe genauso weg, wie er Menschen weg wirft. Die VW Belegschaft hat unsere Solidarität, wenn die Konzernführung versucht, die Belegschaften für ihren Betrug, ihre kriminellen Machenschaften und vorsätzliche Vergiftungen zahlen zu lassen. Wir erklären zugleich: Sollten Arbeitsplätze durch Umstellung der Energiebasis auf regenerative Antriebe wegfallen, müssen Ersatzarbeitsplätze geschaffen werden - auf Kosten der Profite!"

- Kämpfe in Brasilien und bei Renault in Bursa unterstützen wir aktiv – siehe homepage.

- Wir stellen uns der Aufgabe, die internationale Betreuung nach Ländern und Konzernen durch die örtlichen Trägergruppen zu koordinieren.

- Wir verteilten die notwendigen Aufgaben innerhalb der Koordinierungsgruppe (KOG). Als Sprecher der KOG wählten wir Michael (aus Reutlingen), Dieter (aus Heilbronn) und Tobias (aus Sindelfingen). Weitere Kolleginnen oder Kollegen, die sich in der KOG engagieren wollen, sind herzlich willkommen.

Viel Erfolg

in der Gewinnung von neuen Mitstreitern für die internatioanle Automobilarbeiterkoordination,

in der stabilen, verläßlichen Weiterarbeit in den Trägergruppen der einzelnen Orte und

in der Pflege und Weiterentwicklung der internationalen Beziehungen,

Vorwärts zur Stärkung der INTERNATIONALEN AUTOMOBILARBEITERKOORDINATION

Eure neue Koordinierungsgruppe