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Infobrief Nr. 13

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Deutsche Koordinierungsgruppe zur Vorbereitung

der 1. Internationalen Automobilarbeiterkonferenz (1.IAC)

Infobrief Nr. 13

Mit dem Schwung der 1. Internationalen Automobilarbeiterkonferenz den Aufbau der Automobilarbeiterkoordination in Deutschland anpacken

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

nach der begeisterten 1. Internationalen Automobilarbeiterkonferenz mit dem Beschluss zur Gründung einer „internationalen Automobilarbeiterkoordination“ nehmen wir den Schwung mit und machen den nächsten Schritt.

Wir führen das erste bundesweite Delegiertentreffen der Trägergruppen nach der Automobilarbeiterkonferenz am 17. Januar 2016 durch. Dort soll die Konferenz ausgewertet werden und eine neue Koordinierungsgruppe für Deutschland gewählt werden. Als Höhepunkt soll dieses bundesweite Delegiertentreffen den Beschluss fassen, dass wir der „Internationalen Automobilarbeiterkoordination“ beitreten. Damit geht der Aufbau dieser Bewegung in eine neue Phase über. Es geht jetzt um mehr, als um die Vorbereitung der nächsten Konferenz. Es geht darum, die „Internationale Automobilarbeiterkoordination“ mit Leben zu füllen. Bleibt in Kontakt mit euren internationalen Teilnehmern. Uns interessiert, wie sie die Konferenz auswerten und welche Schlussfolgerungen sie ziehen. Deshalb haben wir den Infobrief 1 der Internationalen Koordinatoren und die Dokumente in den wichtigen Sprachen angehängt. In der Gründungsresolution steht: „Bis zur 2. Internationalen Automobilarbeiterkonferenz 2019 wollen wir eine Phase der breiten Bekanntmachung, Aufbau von Strukturen der Koordinierung und Gewinnung von vielen neuen Mitgliedern in den verschiedenen Kontinenten durchführen“.

Auch an der aktuellen Entwicklung zeigt sich die Notwendigkeit der Weiterarbeit der Trägergruppen an den Orten. Im Zusammenhang mit der Weltklimakonferenz stellen sich viele Menschen die Frage der Zukunft der Erde. Wird diese Weltklimakonferenz doch den weiteren Anstieg von Treibhausgasen zulassen und noch als Erfolg feiern. In der VW-Krise kommen immer mehr Manipulationen ans Tageslicht. Und da erklärt Bosch-Chef Denner, dass der Dieselmotor als „Übergangstechnologie“ noch lange gebraucht werde. Die Konzernchefs, nicht nur von VW und Regierungsvertreter nehmen mutwillig die Zerstörung der Lebensgrundlagen der Menschheit in Kauf. Diesem verantwortungslosen Umgang mit Umwelt und Arbeitsplätzen setzten die Delegierten der 1. Internationalen Automobilarbeiterkonferenz vom 14. bis 18. Oktober 2015 in Sindelfingen entgegen: "Angesichts des VW-Betrugsskandals bekräftigt die Konferenz die Notwendigkeit einer völlig anderen Verkehrspolitik ohne Emissionen. Die Teilnehmer waren empört über die kapitalistische Profitlogik der bewussten Überausbeutung von Mensch und Natur."

Gerade unter den Kolleginnen und Kollegen in der Auto- und Zuliefererindustrie gilt es Überzeugungsarbeit zu leisten, findet doch ein Kampf um Standpunkte statt. Die IG Metall-Spitze, wie auch bei VW, ordnet sich dem Kurs der Autobosse unter. Berthold Huber, ehemalige IGM-Chef und VW-Aufsichtsratschef, hat Winterkorn verabschiedete mit den Worten, er habe um VW „größte Verdienste erworben“ und „überragende Leistungen in den vergangenen Jahrzehnten“ erbracht.

10 000 Unterschriften für die Petition „Gewerkschaftsgewissen“ konnten auch in und vor Automobilwerken gesammelt werden für eine kämpferische Gewerkschaftsarbeit. Auf dem IG Metall Gewerkschaftstag im Oktober hat ein Kollege diese Petition bekanntgemacht mit dem Anliegen, dass es nie wieder passieren darf, dass Metaller im Kampf um ihre Arbeitsplätze im Regen stehen gelassen werden. Ein Betriebsrat (Murat Yaman) von Opel-Bochum hat danach diesen Kollegen und die Petition frontal angegriffen. Die Kollegenzeitung „Offensiv“ bei Neovia (früher Opel-Bochum) schreibt dazu in einem Offenen Brief an diesen Betriebsrat: „Es ist für uns als Gewerkschafter unerträglich, wie Du Kolleginnen und Kollegen, die mit ganzem Herzen hinter dem Kampf der Opel-Belegschaft standen und stehen, eine „schmutzige Politik …“ vorwirfst, weil sie „auf den Knochen der Kolleginnen und Kollegen“ „hier irgendwelche Unterschriften sammeln“, wie „Blinde über Farben“ reden und „irgendwelchen Mist erzählen“ würden. Weiter unterstellst Du den Unterzeichnern der Petition die Behauptung, „dass die Kolleginnen und Kollegen nicht … gekämpft haben“. Ganz im Gegenteil heißt es aber in der Petition völlig zurecht: „Die Kämpfe bei Opel in Bochum waren beispielhaft für die ganze Arbeiterbewegung“. Deine Entgleisungen sind der verzweifelte Versuch, von Deiner eigenen Verantwortung und Rolle abzulenken. Eine schmutzige Politik war es allemal von GM, die Spaltung der Konzernbelegschaft zu betreiben… Anstatt kritische Fragen zu Deiner Rolle zu beantworten, überziehst Du lieber die Petition mit einem antikommunistischen Schmierfilm… Ist Dir wirklich die ernsthafte Sorge der Kollegen über die Entwicklung unsrer IG Metall und ihre berechtigte Forderung nach einer echten Kampforganisation entgangen, und dass der überwiegende Teil der Belegschaft die Werkschließung nie akzeptiert hat?“

Das Treffen am 17.1. 2016 findet als bundesweite Delegiertentreffen statt, als Ausdruck der höheren Verbindlichkeit in unserer Arbeit. Es gelten die Beschlüsse von 1. Februar 2015 zu den Delegierten. Kurz gefasst: Es können auf örtlichen Versammlungen der Trägergruppen bis zu 3 Delegierte gewählt werden, oder es bleiben die Delegierten vom 14.6.2015. Weitere Teilnehmer sind als nicht stimmberechtigte Gäste natürlich herzlich willkommen und ausdrücklich erwünscht.

Als Tagesordnung ist vorgesehen: Die aktuelle Situation, die Auswertung der 1. IAC, der Rechenschaftsbericht incl. Kassenbericht der Koordinierungsgruppe, der Rechenschaftsbericht der deutschen Delegation, die Wahl einer neuen Koordinierungsgruppe für Deutschland. Zum Schluss soll dieses bundesweite Delegiertentreffen den Beschluss fassen, dass wir der „Internationalen Automobilarbeiterkoordination“ beitreten und dies feiern.

Überlegt euch Kandidaten für die neue Koordinierungsgruppe, die ja nun in Deutschland den Prozess des Aufbaus der Internationalen Automobilarbeiterkoordination koordiniert.

Das Treffen findet statt am Sonntag 17.1. 2016 in Gelsenkirchen im Großen Saal im ABZ (Koststr. 8, 45899 Gelsenkirchen) von 9.30 Uhr bis 15 Uhr. Wir haben bewusst diesen Termin gewählt. Am Vorabend, Samstag den 16.1. 2016 ab 18.30 Uhr findet im Kultursaal der Horster Mitte in Gelsenkirchen die Veranstaltung statt: „Die Fackel brennt weiter!“ anlässlich des Jahrestags der Schließung des Bochumer Opel-Werks. Damit ist es möglich an beiden Veranstaltungen mit einem Weg teil zu nehmen. Wer Übernachtungsplätze braucht, bitte anmelden.

Herzliche Grüße, schöne Weihnachtsfeiertage, einen Guten Rutsch und viel Erfolg,

eure Sprecher der Koordinierungsgruppe.