Drucken

Pressemitteilung: „Wir verbreiten den Offensivgeist dieser Konferenz in den Belegschaften und Gewerkschaften aller Länder! “

am .

Deutsche Koordinierungsgruppe zur Vorbereitung der

1. Internationalen Automobilarbeiterkonferenz (IAC) 18.10.2015

Ankonflogo

Tageszeitungen im Stuttgarter Raum, überregionale Presse, Süddeutscher Rundfunk

Sehr geehrte Damen und Herren,

Pressemitteilung zum Abschluss der Konferenz:

Wir verbreiten den Offensivgeist dieser Konferenz in den Belegschaften und Gewerkschaften aller Länder! “

Selbstbewusstsein, große Kampfbereitschaft, gegenseitiges Vertrauen, großer Stolz und viel Freude über die Erfolge der 1. Internationalen Automobilarbeiterkonferenz, an der viele IGM-Mitglieder und -Funktionäre teilnahmen - all das war unter den 500 Teilnehmern des internationalen Kulturfestes im Bürgerhaus Sindelfingen/Maichingen am Samstag mit Händen zu greifen. Nach dem Eingangslied „Wir sind die Welle - wir sind das Meer“, zog die Einradgruppe der Juniorinnen des VFL Sindelfingen beeindruckend ihre Kreise auf der Bühne. „Wir singen beim Kämpfen, weil wir dann - selbst wenn wir Angst haben - spüren, dass uns nichts aufhalten kann!“ rief ein Teilnehmer aus Südafrika. Und so bebte der Saal beim Demonstrations-Tanz aus Südafrika, den Parolen aus Spanien, dem Streiklied aus Brasilien, dem gemeinsamen Singen der italienischen „Bella Ciao“ und beim Hip-Hop eines Kollegen aus dem Ruhrgebiet. Immer wieder unterstrichen durch die Sprechchöre „Hoch die internationale Solidarität“. Der Jugendverband REBELL, der mit einem Infostand auf der Konferenz vertreten war, steigerte mit dem Lied „Kobane – Unser Herz schlägt mit euch“ den internationalistischen Geist der Konferenz auf die Bühne. Alle internationalen Teilnehmer aus 21 Ländern kamen auf die Bühne und erhielten viel Beifall, ebenso wie die vielen insgesamt über 200 ehrenamtlichen Helfer, ohne die diese vollkommen selbst organisierte Konferenz nicht möglich gewesen wäre. Zur Musik der bolivianische Gruppe eines Daimler Kollegen und einer Band aus Sindelfingen wurde dann kräftig getanzt. Die Verbrüderung der Automobilarbeiter über Betriebs-, Konzern- und Ländergrenzen hinweg wurde lebendig.

Aus einer Fackel werden Tausende, wir tragen sie in die ganze Welt“

Auf dem Abschlussplenum am Sonntag berichte Jörn Kleffel allen Teilnehmern von der erfolgreichen Gründung der Automobilarbeiterkoordinierung nach 17 Jahren gewachsener Zusammenarbeit. „Wir haben die Verpflichtung übernommen, uns gegenseitig in den Kämpfen zu unterstützen und zu fördern. Das ist einmalig!“ So nimmt Nihil Mehta nach Indien die Gewissheit mit, dass jetzt Kollegen aus 18 Ländern den Kampf gegen die Schließung des GM Werkes in Halol/Indien zu ihrer Sache machen. 41 Delegierte aus 18 Ländern haben bereits am Samstagnachmittag einstimmig, die mit 26 Anträgen noch verbesserte Gründungsresolution beschlossen. Tobias Knapp, mitverantwortlich für die Vorbereitung der Konferenz, trug sie dann vollständig vor. „Wir brauchen diesen weltweiten Zusammenschluss der Arbeiterinnen und Arbeiter der Automobil- und Zulieferindustrie, eng verbunden mit unseren Familien und Unterstützern.... Dafür bauen wir nationale, regionale und kontinentale Strukturen der Koordinierung auf. Diese sind jedoch keinesfalls Konkurrenz oder gar Ersatz von Gewerkschaften oder Arbeiterparteien, sondern fördern und ergänzen diese.“

Auch die Verabschiedung von Organisationsprinzipien der Automobilarbeiterkoordinierung zeigte das große, in Jahren gewachsene Vertrauen. Und es wurden gleich Nägel mit Köpfen gemacht und eine 10- köpfige Internationale Koordinierungsgruppe und zwei Revisoren gewählt - mit Mitgliedern aus Südafrika, Kolumbien, Brasilien, Spanien, Italien und Deutschland.

In der gemeinsamen Diskussion der Abschlussabklärung auf dem Abschlussplenum berichteten Teilnehmer aus allen acht Konzernforen, dass dort vorwärtsweisende und verbindliche Solidaritätscharta verabschiedet und öffentliche Sprecher gewählt wurden. „Angesichts des VW-Betrugskandals bekräftigt die Konferenz die Notwendigkeit einer völlig anderen Verkehrspolitik ohne Emissionen. Die Teilnehmer waren empört über die kapitalistische Profitlogik der bewussten Überausbeutung von Mensch und Natur.“ heißt es in der Abschlusserklärung, ebenso wie „Wir lehnen die Diskriminierung der Frau und von Migrantengruppen ab wegen ihrer Hauptfarbe oder sexuellen Orientierung“ und „Der Kampf um die Befreiung der Frau und der Kampf um die Befreiung der Arbeiterklasse gehören zusammen“. Selbstbewusst wird auch festgestellt „Wir repräsentieren als aktive Gewerkschafter, Vertrauensleute und Delegierte die kämpferische Basis der Belegschaften und Gewerkschaften der wichtigsten multinationalen Konzerne der Automobil- und Zulieferindustrie weltweit“. Annegret Gärtner aus Bochum brachte es auf den Begriff: „Wir wollen die Masse der Arbeiter durch eine täglichen Kleinarbeit an den Bändern gewinnen“. Auch aus zahlreichen Diskussionsforen wie zur Umwelt, der Leiharbeit, den Arbeitsbedingungen insgesamt, den zahlreichen Lebens- und Gesundheitsfragen von Männern und Frauen berichteten Teilnehmer begeistert. Die Foren unterstrichen, dass die respektvolle solidarische Diskussion unterschiedlicher Meinungen uns stärkt. Schließlich wurde die Abschlusserklärung unter dem vorwärts weisenden Prognose und Verpflichtung Aus einer Fackel werden Tausende, wir tragen sie in die ganze Welt!“ von den 400 Teilnehmern des Abschlussplenums einstimmig (bei einer Enthaltung) verschiedet. Für die vielfältigen Erfahrungen und Erlebnisse dazu können alle die homepage (www.iaar.de) nutzen. Neun vorgestellte und ausgehängte Resolutionen zur Solidarität mit dem Kampf der Kollegen/innen von Kolumbien, Indien, Haiti, Pakistan und der Türkei, unterzeichneten zahlreiche Organisationen und Personen. Zu Herzen gehend warb eine Übersetzerin für die diese völkerverbindende Arbeit, die wieder von „Solidarität International“ hervorragend geleistet wurde. Ehrenamtlich wurde die gesamte Konferenz in fünf Sprachen simultan übersetzt! Begleitet vom Klatschen des ganzes Saales erhielten alle internationalen Teilnehmer noch einen wärmenden Schal mit dem IGM-Logo. Internationale Teilnehmer aus 19 Ländern nehmen in jedes Land zwei Fackeln mit, eine aus Bochum und eine Sindelfingen - eine zum Behalten und eine zum Weitergeben. Mit der Aufforderung im Endspurt die 10.000 Unterschriften zur Petition „Aufstand des gewerkschaftlichen Gewissens“ zum IGM-Metallgewerkschaftstag voll zu machen, machten sich die Teilnehmer motiviert und stolz auf den Heimweg. Alle freuen sich bereits auf die 2. Internationale Automobilarbeiterkonferenz 2019 und verpflichten sich zu ihrer gemeinsamen Vorbereitung.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Weidner (Pressesprecher der Deutsche Koordinierungsgruppe zur Vorbereitung der

1. Internationalen Automobilarbeiterkonferez – email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)